Jörg Fischer Naturlhorsecare
Das Pferd als Ganzes im Blick


Osteopathie und craniosacrale Osteopathie beim Pferd


Den Bewegungsapparat als Ganzes betrachten

Je länger ich mit Pferden arbeite, desto wichtiger ist mir geworden, körperliche Zusammenhänge zu erkennen und nicht nur einzelne Beschwerden zu betrachten.
Ein Pferd bewegt sich mit seinem gesamten Körper. Muskeln, Gelenke, Sehnen, Bänder und Faszien arbeiten zusammen. Ist die Beweglichkeit in einem Bereich eingeschränkt, kann sich das auf andere Körperregionen auswirken.
Pferde versuchen häufig, unangenehme Bewegungen zu vermeiden. Dabei können Schonhaltungen und veränderte Bewegungsabläufe entstehen, die wiederum andere Körperbereiche stärker belasten.
In meiner osteopathischen Arbeit achte ich deshalb besonders auf das Zusammenspiel von Bewegung, Körperhaltung und Muskulatur.


Mein Weg zur Osteopathie

2019 begann ich bei VETogether meine Ausbildung zum Pferde-Osteo-Therapeuten. Hauptverantwortlicher Dozent war Ralf Döringshoff.
Im Februar 2020 schloss ich diese Ausbildung erfolgreich ab.
2023 erweiterte ich meine Kenntnisse durch eine Ausbildung in craniosacraler Osteopathie bei Daniela Dietrich.
Beide Ausbildungen haben meinen Blick auf das Pferd und seine körperlichen Zusammenhänge geprägt und meine bisherige Arbeit in der Hufpflege sinnvoll ergänzt.


Strukturelle Osteopathie – Beweglichkeit und Muskulatur

Die strukturelle Osteopathie beschäftigt sich mit dem Bewegungsapparat und seiner Biomechanik.
Zu Beginn beobachte ich das Pferd in seiner Haltung und Bewegung. Anschließend untersuche ich mit meinen Händen die Muskulatur, die Beweglichkeit verschiedener Körperbereiche und auffällige Gewebespannungen.
Dabei achte ich beispielsweise auf verhärtete Muskelbereiche, unterschiedliche Spannungsverhältnisse, eingeschränkte Beweglichkeit und mögliche Schonhaltungen.
Ich bevorzuge sanfte, schonende Behandlungstechniken. Mit gezielten manuellen Anwendungen arbeite ich daran, muskuläre Spannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu unterstützen und dem Pferd mehr körperliches Wohlbefinden zu ermöglichen.


Lokale Vibrationstherapie mit NOVAFON

Bei ausgeprägten muskulären Verspannungen ergänze ich meine manuelle Arbeit gegebenenfalls durch lokale Vibrationstherapie.
Dafür verwende ich ein Schallwellengerät der Firma NOVAFON.
Das Gerät überträgt mechanische Schwingungen auf das behandelte Gewebe. Dabei kommen zwei unterschiedliche Frequenzen zum Einsatz.
Mit 50 Hz arbeite ich vor allem an verspannten Muskelbereichen und verhärteten Gewebestrukturen.
Die Einstellung mit 100 Hz nutze ich zur gezielten Stimulation der Muskulatur.
Welche Einstellung ich wähle und wie lange ich das Gerät einsetze, richtet sich nach dem jeweiligen Pferd und seinen Reaktionen.
Nach einer entsprechenden Einweisung kann ich das NOVAFON bei Bedarf auch leihweise zur Verfügung stellen. So können geeignete Anwendungen zwischen den Betreuungsterminen fortgeführt werden.


Craniosacrale Osteopathie – der dritte Puls

Die craniosacrale Osteopathie geht von einem dritten, sehr feinen Rhythmus im Körper aus, dem sogenannten craniosacralen Rhythmus.
Nach diesem Behandlungskonzept steht er mit der Bewegung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) sowie den umgebenden Gewebestrukturen in Verbindung. Es wird angenommen, dass sich dieser Rhythmus über Schädel, Wirbelsäule, Kreuzbein und die Faszien im Körper überträgt.
Spannungen und körperliche Belastungen können nach diesem Modell den craniosacralen Rhythmus beeinflussen.
Mit besonders sanften Berührungen und einer sensiblen Tasttechnik versuche ich, Veränderungen wahrzunehmen und das Gewebe in seiner Entspannung zu unterstützen.
Dabei beobachte ich aufmerksam die Reaktionen des Pferdes. Häufig zeigen sich ruhigeres Atmen, eine veränderte Körperhaltung oder andere Zeichen der Entspannung.
2023 habe ich diese Behandlungsmethode bei Daniela Dietrich erlernt. Seitdem ist sie ein weiterer Bestandteil meiner manuellen Arbeit am Pferd.


Das Pferd gibt die Richtung vor

Nicht jedes Pferd reagiert gleich auf Berührungen oder manuelle Anwendungen.
Manche Pferde lassen sich schnell auf eine Behandlung ein, andere benötigen mehr Zeit oder zeigen deutlich, welche Berührungen sie nicht möchten.
Ich achte deshalb auf die Körpersprache des Pferdes und passe meine Arbeit entsprechend an.
Mein Ziel ist es, körperliche Spannungen und Bewegungseinschränkungen aufmerksam wahrzunehmen, die Beweglichkeit zu unterstützen und das Pferd in seinem Wohlbefinden zu begleiten.
Dabei steht nicht eine bestimmte Technik im Vordergrund, sondern immer das einzelne Pferd mit seinen individuellen Bedürfnissen.


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